Herpa baut den Miniatur-Golem


Rund 19 Zentimeter lang: Herpa-Modell des Prager Golem. Foto: Michael RüfferAuf der RETTmobil 2007 war er der Hingucker schlechthin: der Sattelzug „Golem“ des Prager Rettungsdienstes Zdravotnická Záchranná Služba Hl. M. Prahy (ZZSHMP). Er ist für den Einsatz bei einem Massenanfall von Verletzten (MANV) und für Sanitätsdienste konzipiert. Jetzt hat Herpa ein H0-Modell des schwefelgelben Riesen herausgebracht.

Beim Original dient ein Mercedes Actros 1841 (300 kW/408 PS) als Zugmaschine. Der über 16 Meter lange Auflieger wurde von KOV Velim aufgebaut und besitzt im vorderen Bereich zwei stützenlose Auszüge. Im ausgefahrenen Zustand schaffen sie im Innern Raum für einen 4,5 Meter breiten Besprechungsbereich, der mit EDV-Anschlüssen, Flachbildfernseher und Küchenzeile ausgestattet ist.

Der Golem ist auch als 1:87-Miniatur eine imposante Erscheinung. Foto: Michael RüfferIm hinteren Bereich des Aufliegers besteht die Möglichkeit, einen Sichtungsplatz einzurichten. Dafür lassen sich zu beiden Seiten Dächer und Seitenwände ausklappen, um in den damit geschaffenen Räumen Verletzte und Erkrankte versorgen zu können. In diesen voneinander getrennten Seitenräumen stehen Sauerstoff, Strom, Beleuchtung und eine Heizung zur Verfügung.

Auf dem Dach befindet sich eine senkrecht ausziehbare Dispatcherstation, die als Kommunikations- und Datenverarbeitungszentrum für drei Personen ausgelegt ist. Sie ermöglicht einen 360-Grad-Blick über die Einsatzstelle.

Der Auflieger des Modells kann von der Zugmaschine abgekuppelt werden. Foto: Michael RüfferMit insgesamt rund 19 Zentimeter Länge dürfte die 1:87-Miniatur von Herpa den meisten anderen Einsatz-Fahrzeugen auf der Modellbahnanlage oder in der Vitrine die Show stehlen. Der Auflieger kann an- und abgekuppelt werden. Obwohl die seitlichen Auszüge des Aufliegers nur per Aufdruck angedeutet sind und der Dachauszug gar nicht wiedergegeben ist, wirkt das Modell im Gesamteindruck sehr stimmig.

Unterschiede zum großen Vorbild zeigen sich an einigen Details. So ist die Unterkante des Aufliegers beim echten „Golem“ abgeschrägt. Außerdem verfügen die Räder des Aufliegers beim tschechischen Original über einzelne Radausschnitte, während sie beim Modell auf beiden Seiten jeweils in nur einem großen Ausschnitt angeordnet sind.

Blick auf das Heck des Modell-Aufliegers. Foto: Michael RüfferSo manche Feinheiten können geübte Bastler an der 1:87-Miniatur noch „nachbessern“. Und wer eine ganz besondere Herausforderung sucht, kann sich an der Darstellung des „Golem“ im Betriebszustand versuchen – mit vollständig ausgefahrenen Auszügen und geöffneten Klappen. Dazu bietet sich die Gestaltung eines entsprechenden Dioramas an.

Fotos: Michael Rüffer

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