Blick hinter die Modell-Kalender-Kulissen


Bremen (rd.de) – Notfall auf einer einsamen Almhütte in den Bergen. Ein Team des ÖRK Salzburg hat sich mit seinem Notarzt-Einsatzfahrzeug auf Porsche Cayenne den Hang hinauf gearbeitet. Um den Patiententransport sicherzustellen, schwebt aus dem benachbarten Deutschland ein Rettungshubschrauber des ADAC ein. Zumindest wird es später auf dem Bild so aussehen. Denn das Szenario spielt sich nicht wirklich in den Alpen ab, sondern auf einer Modellbahnanlage im Maßstab 1:87 – beim Foto-Shooting für das Juni-Motiv des neuen Kalenders „Blaulicht-Modelle 2012“.

In diesem Jahr haben sich die Redakteure Olaf Preuschoff und Michael Rüffer gemeinsam an die Arbeit gemacht, dreizehn Fahrzeugfotos und Einsatzbilder im bewährten Stil von Feuerwehr-Magazin und Rettungs-Magazin zu präsentieren. Als Indoor-Locations dienten neben den großen Modellbahnanlagen des Dr.-Cornelius-Modellbahnvereins in Ovelgönne-Großenmeer (Kreis Wesermarsch) und der Eisenbahnfreunde Friesland e.V. in Wilhelmshaven auch der Keller von Preuschoff. Dazu kamen noch zwei weitere private Anlagen.

So wirken die Bilder täuschend echt

Eine besondere Schwierigkeit beim Fotografieren von Modellfahrzeugen im Studio liegt darin, die nötige Tiefenwirkung zu erzielen. Wir haben uns gegen das Einfügen eines Hintergrunds per Bildbearbeitung entschieden. Im Studio bei uns in Bremen kommen bedruckte Kartons als Hohlkehle zum Einsatz, die entweder eine einzelne Farbe oder aber eine Struktur – zum Beispiel Wolken, Felsen, Geröll – aufweisen. Beim neuen Kalender haben wir erstmals Vergrößerungen von Fotos als Hintergrund verwendet. Dabei mussten wir darauf achten, dass keine Lichtspiegelungen entstehen, dass einzelne Elemente nicht zu groß sind und dass das Foto insgesamt zur gezeigten Stimmung passt.

Bei dem April-Motiv – einem Iveco Magirus-Servicepunkt – stellte sich heraus, dass Fotos in der Größe DIN A4 schon zu klein sind. Mittels der präzisen Anordnung der beiden Fahrzeughallen konnte dieses Problem allerdings behoben werden. Da hatte es das Foto-Team bei den Arbeiten am Juni-Motiv schon leichter: Als Hintergrund diente ein Alpenpanorama, das auf eine zirka 2 x 5 Meter große Plane gedruckt ist. Da das Großbild Falten warf, war hier allerdings ein Assistent nur damit beschäftigt, die Plane während der mehrere Sekunden langen Belichtung mittels eines Karabinerhakens straff zu ziehen. Damit das RTH-Modell aussieht, als ob es fliegt, hing es an zwei dünnen Nylonfäden an einem Stativ. Die Fäden wurden später wegretuschiert.

Kampf gegen Sand und Mücken

Um neben den Studioaufnahmen auch Bilder in natürlichem Licht präsentieren zu können, suchte sich Michael Rüffer zwei Outdoor-Locations für das Februar- und das Juli-Motiv. Zwar fand er diese in einem Moorgebiet und auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz. Aber der Redakteur lernte auch die Nachteile kennen, die eine Arbeit im Freien mit sich bringen kann. So wehte auf der Bundeswehrliegenschaft ein so feiner Sand durch die Luft, dass dieser nach getaner Arbeit erst einmal mit Hilfe eines Staubsaugers von Kameragehäuse, Objektiv und Stativ entfernt werden musste.

Ob sich das Moor für weitere Aufnahmen anbietet, bleibt ebenfalls fraglich. Dort tummelten sich nämlich unzählige Stechmücken, die sich mehr für das dreiköpfige Fototeam als für die beiden Modelle – ein Universallöschfahrzeug der Werkfeuerwehr EADS und ein Eurofighter der Luftwaffe – interessierten. Kaum war das letzte Bild im Kasten, zeigte die Modell-Kalender-Crew eine nie zuvor gekannte Schnelligkeit beim Abbau und Verladen des Equipments…

Überblick: Kalenderblätter — Vorbilder — Hersteller

  • Titel: “LO-Parade”
  • Januar: “Notfall an der Eislaufbahn” (Berufsfeuerwehr Dresden)
  • Februar: “Sitzbereitschaft an der Landebahn” (Werkfeuerwehr EADS, Luftwaffe JG 73 “Steinhoff”)
  • März: “Küchenbulle” (Niederösterreichischer Katastrophenhilfsdienst)
  • April: “Vorführtermin” (Iveco Magirus-Servicepoint)
  • Mai: “Auf den Haken genommen”
  • Juni: “Rendezvous auf der Alm” (ADAC, ÖRK Salzburg)
  • Juli: “In schwerem Gelände”
  • August: “Drehleiterballett”
  • September: “Abgerutscht” (THW)
  • Oktober: “Einsatz auf dem Oktoberfest” (Berufsfeuerwehr München)
  • November: “Ausbildungsabend beim THW”
  • Dezember: “Begegnung in den Bergen”

An dieser Stelle sagen wir ein herzliches Dankeschön an alle Firmen, die uns Modelle, Figuren und Zubehör für unseren „Blaulicht-Modell-Kalender 2012“ zur Verfügung gestellt haben: Brekina, Busch, Herpa, Preiser, Rietze, Schuco, Viessmann und Wiking.

Hier können Sie den Kalender 2012 bestellen.

One Response to “Blick hinter die Modell-Kalender-Kulissen”

  1. alm-öhi on Januar 15th, 2012 14:15

    Wahnsinnig realistische Kombination, da die nächste deutsche EC 135 des ADAC in Straubing steht was 135km entfernt ist und die Niederbayern ja bekanntlich spezialisten in der alpinen Luftrettung sind

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