Amokfahrt mit geklautem RTW


Bergisch Gladbach (rd.de) – Aus einem Wohnheim für Suchtkranke erreichte am Samstag (09.01.2016)  um 07.59 Uhr  die Feuer- und Rettungsleitstelle des Rheinisch-Bergischen Kreises ein Notruf. Ein Patient habe einen internistischen Notfall erlitten. Allerdings verlief der Einsatz anders als gedacht.

Der verkeilte RTW nach der Amok-Fahrt. Foto: Feuerwehr Bergisch Gladbach

Der verkeilte RTW nach der Amok-Fahrt. Foto: Feuerwehr Bergisch Gladbach

Aufgrund der Notfallmeldung alarmierte die Leitstelle einen Rettungswagen (RTW) und einen NEF Notarzteinsatzfahrzeug (NEF). Nachdem der RTW eintraf, wurden die Rettungsassistenten durch einen 52-jährigen Patienten verbal bedroht und mit einem Hammer und sowie einer Zange attackiert. Zur Eigensicherung mussten sich die Rettungsfachkräfte vom Fahrzeug entfernen.

Der Angreifer setzte sich hinters Steuer des Rettungswagens. Versuche der Rettungsassistenten, den Mann daran zu hindern, scheiterten. Der 52-Jährige fuhr mit dem Rettungswagen davon. Dabei beschädigte er einen Außenspiegel des abgestellten Notarzteinsatzfahrzeugs.

Die Leitstelle wurde umgehend von dem Diebstahl in Kenntnis gesetzt und informierte die Polizei sowie den diensthabenden A- und B-Dienst der Feuerwehr Bergisch Gladbach. Um 8.22 Uhr erreichte die Leitstelle die Nachricht, dass ein RTW das massive Zufahrtstor zu einem nahegelegenen Firmengelände durchbrochen habe. Auf dem Gelände setzte der Mann seine Fahrt fort.

Der Versuch, ein weiteres Tor zu durchbrechen, scheiterte allerdings. Der RTW verkeilte sich zwischen dem Tor und einer Hauswand. Der Fahrer blieb unverletzt, konnte das Fahrzeug in der Lage allerdings nicht mehr verlassen. Durch die alarmierten Einsatzkräfte wurde der Täter betreut, aus dem Rettungswagen befreit und der Polizei übergeben. Er ließ sich widerstandslos festnehmen.

Mitarbeiter eines PSU-Teams unterstützten das von den Angriffen betroffene Rettungsdienstpersonal. Der RTW war erst vor acht Wochen in Dienst gestellt worden.

(11.01.2016)

2 Responses to “Amokfahrt mit geklautem RTW”

  1. Jupp Schmitz us Kölle on Januar 11th, 2016 13:22

    Ich hatte mal RTW’s, da gab es „Motor-Weiterlaufschaltungen“, aber dies scheint zu modern zu sein für diese Stadt oder die Herrschaften waren wohl auf dem Fahrzeug nicht wirklich eingewiesen?!?

    Bei solchen Einsatzorten wie eigentlich bei jedem ist der Schlüssel am Mann und der Diesel dieselt für die elektrischen Verbraucher im verschlossenen RTW…

    Traurig, dass danach so eine Welle gemacht wird…

    Da fällt mir ein, da war doch auch was in dieser Stadt, dass die Feuerwehr RTW’s angeblich die Radmuttern mutwillig bei Einsätzen gelöst wurden, was dann doch nicht so war… Aber auch nee „fette“ Pressemitteilung…

    Komische Feuerwehr…

    Sollte der Verantwortliche für den städtischen Rettungsdienst mal über eine Schulung zur Motorweiterlaufschaltung nachdenken…. Oder bei Neubeschaffungen an diese Position denken… Eigentlich auch „üblich“, aber wer weiss… Vielleicht ist das neue CI wichtiger und kostet doch mehr…

    Gratulation an Mercedes und den Aufbauhersteller, denn hier wird wohl neen „neues“ Fahrzeug fällig… Oder zumindest nee „nette“ Reperatur…

    Viele Grüße us Kölle

    Jupp Schmitz us Kölle

    PS: Die Stellungnahmen der Besatzung würden mich ja schon interessieren… Aber sicherlich „Verschlusssache“ wegen Datenschutz und Schutz der Besatzung/ des „Patienten“…

  2. Robin Arlt on Januar 11th, 2016 23:38

    Hallo Herr Schmitz,

    Mal die Option in Betracht gezogen, dass das Personal beim Eintreffen direkt angegriffen wurde, sprich noch vor dem geplanten Verlassen des Fahrzeugs?

    Ohne den genauen Ablauf zu kennen sollte man nicht so vorschnell urteilen, aber das scheint für Sie ja unterhaltsamer zu sein so darüber her zuziehen.
    Solche Äußerungen wünsche ich Ihnen mal, wenn Ihnen so etwas passiert und Sie schon ohne fremden Spott ausreichend belastet sind.
    Vielleicht können Sie Ihre „Verbesserungsvorschläge“ ja mal direkt an die Stadt Bergisch Gladbach richten. Die Rückmeldung was die Kollegen vor Ort von Ihrer Meinung halten, würde ich mich brennend interessieren…

    Ich persönlich wünsche den Kollegen, dass sie schnell damit abschließen können und nicht ernsthaft verletzt wurden! So etwas ist und bleibt ein nicht unerhebliches Risiko vor dem niemand in unserem Berufsfeld zu 100% sicher ist.

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