Viel Zuspruch für mittelhessisches Rettungsdienstsymposium


Marburg-Biedenkopf (pm) – Rund 300 Rettungsassistenten und Notärzte aus Mittelhessen haben am 11. mittelhessischen Rettungsdienstsymposium in Marburg teilgenommen. Auf dem Programm standen aktuelle Themen aus dem rettungsdienstlichen und notfallmedizinischen Umfeld in Theorie und Praxis, also in Vorträgen und Workshops.

Marburg-Biedenkopfs Landrat Robert Fischbach unterstrich, dass der Rettungsdienst den Menschen diene, die sich in einer medizinischen Notlage befinden. „Deshalb ist es wichtig, dass sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Rettungsdienst regelmäßig und intensiv fortbilden“, sagte Landrat Fischbach. Seine Gießener Amtskollegin Anita Schneider ergänzte, dass eine fundierte Aus- und Fortbildung auch eine hohe Qualität der rettungsdienstlichen Arbeit sichere. „Das Symposium bietet immer wieder breiten Raum für die Rettungskräfte sich mit Strukturen und aktuellen Fragen im Rettungsdienst konstruktiv auseinander zu setzen und gleichzeitig aber auch Rettungsmaßnahmen praktisch üben zu können“, so Schneider. „Vor diesem Hintergrund erfreut es uns, dass dieses mittlerweile ,traditionelle’ Symposium einen guten Zuspruch erfährt“. Denn in der Verantwortung für die Qualität stünden letztlich auch die Landkreise als gesetzliche Träger des Rettungsdienstes, erklärten Robert Fischbach und Anita Schneider.

Im Rahmen der zweitägigen Fortbildung fanden am Freitagnachmittag Workshops statt. Hierbei konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer notfallmedizinische Techniken und Maßnahmen am Simulator üben. „Das Simulatortraining ist heute aus der notfallmedizinischen Aus- und Fortbildung nicht mehr wegzudenken“, erklärte Dr. Erich Wranze-Bielefeld, der als Ärztlicher Leiter für den Rettungsdienst im Landkreis Marburg-Biedenkopf verantwortlich zeichnet. Hierbei könnten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Notfallsituationen und Komplikationen unter kontrollierten Bedingungen üben und deren Beherrschung trainieren. Ein weiterer Workshop beschäftigte sich mit dem Thema „Thorakale Sonografie in der Notfallmedizin“, also der Einsatz eines Ultraschallgeräts, um Verletzungen und Erkrankungen am Brustkorb zu erkennen.

Ebenfalls praktisch wurde die Dekontamination, also die Reinigung von Personal demonstriert, das mit hoch ansteckenden Erregern, zum Beispiel gefährliche Viren oder Bakterien in Kontakt gekommen ist; auch entsprechende, für den Rettungsdienst vorgesehene Schutzkleidung wurde dabei vorgestellt.

Das Verhalten bei Konflikteinsatzlagen konnten die Rettungsassistenten und Notärzte unter Anleitung eines erfahrenen Polizeibeamten lernen. Mit dem Thema Digitalfunk setzten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ebenfalls auseinander.

Der Samstag stand ganz im Zeichen verschiedener Vorträge, die sich dem Thema „Qualität im Rettungsdienst“ aus verschiedenen Richtungen näherten: Vom messbaren Ergebnis der Strukturqualität bis zum Sinngehalt der rettungsdienstlichen Tätigkeit, vom Spannungsfeld Rettungsdienst und Medien und vom messbaren Reanimationsergebnis bis zur erfolgreichen Schmerzbekämpfung. „Gerade die Schmerzbekämpfung ist sicherlich die herausgehobene Frage des Patienten nach der Qualität des Rettungsdienstes“, erklärte Dr. Simon Little, der Ärztliche Leiter des Rettungsdienstes im Landkreis Gießen.

„Beim diesjährigen mittelhessischen Rettungsdienstsymposium ging es also nicht nur um bestimmte Techniken und Fertigkeiten, die es zu beherrschen gilt, sondern auch um das durchaus kritische Fragen zur Arbeit des Rettungsdienstes. „Hierzu müssen wir uns immer wieder die Frage stellen, wo stehen wir und wie wollen wir die Zukunft des Rettungsdienstes gestalten – stets vor dem Hintergrund der Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger“, stellten Robert Fischbach und Anita Schneider abschließend fest.

(Fotos: Landkreis Marburg-Biedenkopf)

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