Traumamanagement für Nettetaler Rettungsassistenten


Grafik: Christophe Dang Ngoc ChanNettetal (pm) – Vor rund zehn Jahren wurden die Mitarbeiter des städtischen Rettungsdienstes zum ersten Mal in Maßnahmen der sogenannten Notfallkompetenz geschult. Seither sind praxisbezogene ärztliche Überprüfungen und schriftliche Tests im Zwei-Jahres-Rhythmus etablierte Bestandteile der beruflichen Fortbildung.

Im vergangenen Jahr ging es einen Schritt weiter. Mit internationaler Orientierung wurde in Nettetal ein Konzept zur Traumaversorgung schwer- und schwerstverletzter Patienten entwickelt, für das die Nettetaler Rettungsassistenten nunmehr zertifiziert wurden. Entwickelt wurde das Konzept von Dr. med. Peter Lehnen, ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes, Privatdozent Dr. med. Michael Blum, Chefarzt der Chirurgie am Nettetaler Krankenhaus, Sabine Görtz, Leitung der zentralen Patientenaufnahme, und Late Placca, verantwortlicher Lehrrettungsassistent.

Neben der praktischen Umstellung auf sogenannte Spineboards musste auch eine Menge Theorie gelernt werden. Jeder Patient kann dabei nach einer definierten Routine versorgt werden, die es dem Rettungsdienstpersonal ermöglicht, Verletzungsmuster und Gefährdungen des Patienten schnell zu erkennen und entsprechende Maßnahmen einzuleiten. Durch die weitere Beschaffung der röntgendurchlässigen und computertomografiefähigen Spineboards können Patienten ohne weitere Umlagerungen in Kliniken und Krankenhäusern versorgt werden.

Die Zertifizierung zum Traumatamanagement erfolgte nach Bestehen einer schriftlichen und mündlichen Prüfung. Mit den Ergebnissen sind die Ärzte Dr. Lehnen und Dr. Blum sowie auch der Ausbilder Late Placca, der selbst Fachausbilder in der Lehrrettungsassistentenausbildung ist, sehr zufrieden. Durch regelmäßige Überprüfungen ist darüber hinaus gewährleistet, dass die Nettetaler Rettungswache auf dem aktuellen Stand notfallmedizinischer Erkenntnisse agieren kann.

3 Responses to “Traumamanagement für Nettetaler Rettungsassistenten”

  1. S.Berg on Januar 9th, 2011 07:50

    Da wurde also viel Zeit und Arbeit investiert, um ein neues international ausgerichtetes Trauma(ta)management auf lokaler Ebene zu entwickeln? Eine strukturierte und zertifizierte Versorgung von Traumapatienten ist grundsätzlich zu begrüßen, die „Neu“entwicklung eines (nahezu identischen?) drölfundachtzigsten Traumasystems ist aber wohl eher nur denen hilfreich, die Ihre Namen jetzt irgendwohin schreiben…
    Ich bin gespannt auf die überregionale Akzeptanz der Zertifizierung bzw. des Systems und auf die zukünftige Weiterentwicklung, um auch in Zukunft „auf dem aktuellen Stand notfallmedizinischer Erkenntnisse“ zu agieren.

  2. A.Reinold on Januar 10th, 2011 22:34

    Das interressante an der ganzen Sache ist, das „Erfinder“ des neuen Systems meist, alle einen Lehrgang besucht haben und zwar in den schon vorhandenen Konzepten.
    Also das Rad ist neu erfunden. Es ist nicht mehr rund, sondern rund. Aber mal ehrlich, wichtig ist das dem Patienten geholfen wird.

  3. alltagimrettung on Januar 13th, 2011 18:57

    Es ist wirklich zu begrüßen, wenn Kollegen im Traumamangament geschult werden. Aber müssen wir wirklich jedes Mal aufs neue, neue Kurse auf den Markt schmeißen, wenn es schon wirkliche gute anerkannte Kurse wie ITLS/PHTLS gibt? Ich halte das für den falschen Weg.

Möchten Sie einen Kommentar schreiben?