Studienstart für die „Emergency Practitioner“ von morgen


Berlin (pr) – Von Ostfriesland bis Bern – aus allen Himmelsrichtungen kamen 23 Studierende am 1. Oktober 2009 in Berlin zusammen, um ihr Studium „Emergency Practitioner“ zu beginnen. Zu den ersten Studienminuten der jungen Hochschule hieß der Präsident der Akkon-Hochschule  alle Studierenden quasi als „Erstgeborene“ herzlich willkommen.

Er zeigte in seiner Begrüßungsrede auf, dass die Hochschule bereits in der „Geburtsstunde“  vielseitig auch zum Beispiel im Fortbildungssektor aktiv ist und für Forschungsvorhaben bereits Anträge eingereicht hat, bei dem sie in einem Fall in diesen Tagen mit dem positiven Bescheid rechnet. In launigem Ton machte er ferner klar, dass die Studierenden der ersten Kohorte keine „Versuchskaninchen“, sondern vielmehr „Mitgestalter“ seien, die ihre eigenen „Fußabdrücke“ wie Stempel hinterlassen könnten.

Ralf Sick, Kanzler der Hochschule, beschrieb stellvertretend für den erkrankten Vorsitzenden des Kuratoriums und Bundesvorstand der Johanniter-Unfall-Hilfe die doppelte Freude anlässlich des Starts der Hochschule. Als Vertreter einer großen Hilfsorganisation freut sich der Bundesvorstand der JUH, dass der Personalentwicklung besonders für den Rettungsdienst mit dem innovativen Studiengang ein ganz neues Werkzeug geschenkt wurde. Und das in einer Zeit, wo Dienstleister im Sozial- und Gesundheitswesen in Anbetracht der dynamischen bis turbulenten Veränderungen in diesem Sektor Menschen an Schaltstellen des Managements und der Lehre benötigen, die immer mehr über deutlich erweiterte Qualifizierungen und Kompetenzen verfügen müssen. 

Margot Sieger, Direktorin des Gründungspartners „pädea“, unterstrich, dass man mit diesem Studiengang, der jetzt schon hohe Aufmerksamkeit in der wissenschaftlichen Gemeinschaft erhalte, das Berufsbild im Rettungsdienst deutlich weiterentwickeln und fest im Konzert der Gesundheitsberufe verortet werde.

Beim gegenseitigen Kennenlernen von Lernenden und Lehrenden wurde deutlich, dass der neue Studiengang eine von den Studierenden wahrgenommene Lücke schließt und sich diesen nun deutlich neue Perspektiven eröffnen: Egal, ob sie sich zum Beispiel in anderen Gesundheitssystemen wie in der Schweiz oder bei den Berufsfeuerwehren berufliche Entwicklungschancen erschließen wollen oder ihre pädagogische Tätigkeit im Rettungsdienst vor dem Hintergrund der laufenden Novellierung des Rettungsassistentengesetzes schon jetzt deutlich professionalisieren und einem internationalen Bildungsstatus zuführen wollen.

7 Responses to “Studienstart für die „Emergency Practitioner“ von morgen”

  1. thomaswagner on Oktober 21st, 2009 05:29

    Eine sehr interessante Perspektive, endlich Qualität in die Führungsetagen des Rettungsdienstes und anderer mit Notfallmedizin betrauter Einrichtungen zu bringen!
    Allerdings ist eine monatliche Studiengebühr von derzeit 400 € (!) absolut zuviel! Diese finanzielle Belastung ist selbst bei bewilligten Förderungen oder Zuschüssen für einen hauptamtlich tätigen RA nicht zu finanzieren, umso weniger bei Alleinverdienern oder Familienvätern. Die Hunger-Löhne für RD-Personal sind ja hinlänglich bekannt. Hinzu kommen auch noch Fahrt-, Übernachtungs- und Verpflegungskosten. Auch wenn es sich hier um einen berufsbegleitenden Studiengang handelt, sind dies enorme zusätzliche Kosten, die erst in der Steuererklärung geltend gemacht werden können. Eine derart hohe Gebühr schreckt viele Interessenten ab – und hat wie mich erwiesenermaßen auch viele andere von einer Anmeldung abgehalten bzw. dazu veranlasst, diese wieder zurück zu ziehen.

  2. Rettass77 on Oktober 22nd, 2009 18:57

    Für mich wird aus diesem Artikel nicht ersichtlich welche Inhalte dieser „neue“ Studiengang beinhaltet und was daran so neu sein soll. Der Studiengang Rettungsdienstmanagement wird seit Jahren von Orgakom angeboten und auch in der Schweiz gibt es den bereits.

  3. thomaswagner on Oktober 22nd, 2009 19:28

    @Rettass77:
    Zur Erklärung: das mit Sicherheit Neue ist der Hochschul-Abschschluss (Bachelor of Arts), der mit diesem Studiengang erworben wird. Es handelt sich dabei um die private Fachhochschule „akkon-Hochschule für Humanwissenschaften“. Natürlich ist es richtig, dass Orgakom ebenfalls Rettungsdienstmanager ausbildet, allerdings handelt es sich hier um eine berufsbegleitende Weiterbildungsmaßnahme und nicht um einen Studiengang, auch wenn er vielleicht so bezeichnet wird. Hintergrund ist die Tatsache, dass es sich bei Orgakom um eine Unternehmensgruppe handelt und nicht um eine Fachhochschule oder Universität.

  4. Rettass77 on Oktober 22nd, 2009 20:46

    Also das ist so nicht ganz korrekt. In Hamburg und Köln gibt es bereits den Studiengang „Rescue Engineering“ als Bachelor- und Masterabschluß. Sind beides Fachhochschulen.

  5. thomaswagner on Oktober 23rd, 2009 09:13

    Das ist korrekt, Rettass77. Der Studiengang „Rescue Engeneering“ ist allerdings ein Ingenieursstudiengang und nicht primär auf die Führung von notfallmedizinischen Institutionen ausgelegt, sondern ist schwerpunktmäßig für den Führungsnachwuchs im Einsatzdienst der Feuerwehr gedacht, da es sich hier um zahlreiche naturwissenschaftliche Fächer handelt und Betriebswirtschaft, Personalmagement usw. nur eine Nebenrolle spielen.
    Der Studiengang „Emergency Practitioner“ ist jedoch in erster Linie zur qualifizierten Betriebsführung gedacht.

  6. rettungssanipeter on Oktober 25th, 2009 10:42

    Sehr geehrter thomaswagner,
    Das mit Rescue Engineering ist nicht ganz korrekt. Der Studiengang Hazard Control an der HAW hamburg zielt auf die Feuerwehr ab. Mit einem Abschluss als Rescue Engineer kann man zwar auch zur Feuerwehr gehen, das Hauptaugenmerk liegt allerdings in der „weißen“ Sparte. Deshalb gibt es auch so Fächer dort, wie Humanbiologie, Rettungsdiensttechnik und so weiter.
    Der meiner Meinung nach größte Unterschied ist, das RE mit dem Bachelor of Engineering abschließt und man dann auch wirklich Ingenieurmäßig arbeiten kann und Emergency Practitioner mit Bachelor of Arts abschließt, wo niemand genau weiß (dank Bologna) was das genau beinhaltet und bedeutet.

  7. thomaswagner on Oktober 26th, 2009 06:53

    Lieber rettungssanipeter,
    danke für die Info. Es ist mir gänzlich neu, dass RE sich schwerpunktmäßig auf den medizinischen Zweig konzentriert, da ich sowohl von Feuerwehren als auch von der FH Köln andere Informationen dazu habe. Ich werde mich dazu weiter informieren, glaube aber nicht, dass man ohne entsprechend umfangreiche naturwissenschaftliche und technische Vorkenntnisse ingenieurmäßig arbeiten kann…

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