Sicherheit beim Umgang mit Cyanidvergiftungen


Darmstadt (pr) – Eine stärkere Sensibilisierung der Rettungskräfte für das Thema Cyanidvergiftung nach Rauchgasinhalation, wünscht sich Professor Dr. med. Götz Geldner, Direktor der Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie Ludwigsburg. Der Pharmahersteller Merck Serono bietet mit den Cyanokit eine sichere Therapieoption nach Rauchgasinhalationen an.

„Aufgrund der oft mangelnden Anwendungsroutine kann es zu Therapieunsicherheiten kommen, die wir uns angesichts des sehr knappen Zeitfensters, in dem wir erfolgreich intervenieren können, nicht leisten können“, so Professor Geldner in einer Pressemitteilung der Firma Merck.

Für Geldner ist die verstärkte Sensibilisierung der Fachkräfte in diesem Zusammenhang ein wichtiger Punkt: „Aufgrund der, verglichen mit anderen Notfällen, doch überschaubaren Fallzahlen, führt das Thema Cyanidvergiftung nach Rauchgasinhalation leider eher ein Schattendasein.“

Jeder Patient, bei dem eine Rauchgasexposition sowie neurologische Symptome festgestellt werden, sollte so behandelt werden, als ob er eine Kohlenmonoxid- und eine Cyanidvergiftung hätte. Im Rahmen der Therapie von solchen Mischintoxikationen ist allerdings eine weitere Schädigung des Patienten unbedingt zu vermeiden: Zum Beispiel ist die Anwendung von Methämoglobinbildnern wie 4-DMAP bei Mischintoxikation extrem kritisch: Durch die Behandlung werde dem Körper zusätzlich Hämoglobin entzogen, das für den Sauerstofftransport so dringend notwendig sei. Geldner weiter: „Dies ist ein relativ heikler Ritt, daher sind wir Notärzte bei der Gabe von 4-DMAP extrem zurückhaltend.“ Im Hinblick auf diese Problematik sieht er den großen Vorteil von Cyanokit® 2,5 g, da es im Gegensatz zu 4-DMAP ohne die Beteiligung von Sauerstoff wirkt und somit auch im Verdachtsfall eine sichere Therapieoption darstellt.


Cyanokit
Der Wirkstoff in Cyanokit, Hydroxocobalamin, ist eine Vorstufe von Vitamin B12. Hydroxocobalamin wirkt durch direkte Bindung an die Zyanid-Ionen. Dabei entsteht Cyanocobalamin, eine natürliche Form von Vitamin B12, die über den Urin ausgeschieden wird.

Vorteile dieses Ansatzes liegen darin, dass kein Methämoglobin gebildet wird und die Fähigkeit zum Sauerstofftransport im Blut des Opfers nicht vermindert wird. Aus diesem Grund ist Cyanokit für den Einsatz bei Patienten geeignet, die Rauchgas eingeatmet haben.
Zu den bei klinischen Studien am häufigsten beobachteten vorübergehend feststellbaren Nebenwirkungen gehören: rötliche Verfärbung von Haut, Schleimhäuten und Urin, erhöhter Blutdruck, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Kopfschmerzen, eine verringerte Anzahl weißer Blutkörperchen sowie Reaktionen an der Einstichstelle. Auch allergische Reaktionen wurden beobachtet. Der Einsatz könnte einige klinische Laborwerte beeinflussen.
Die Anfangsdosis für Cyanokit bei Erwachsenen liegt bei 5 g, die als intravenöse Infusion zu verabreichen ist. In Abhängigkeit von der Schwere der Vergiftung und der klinischen Reaktion kann eine zweite Dosis von 5 g bis zu einer Gesamtdosis von 10 g verabreicht werden.

Mehr Information: www.cyanokit.de

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