Rettungsleitfäden als Pausenlektüre


Bonn (rd.de) – Sie sind für die Feuerwehr gemacht, aber auch für Rettungsdienstpersonal von Interesse. Die Rettungsleitfäden der Automobilindustrie helfen, Gefahrpunkte bei der Rettung zu erkennen.

Die Idee der Rettungsleitfäden ist, mit Fachinformationen auf die konstruktiven Besonderheiten der verschiedenen Fahrzeuge hinzuweisen und so die technische Rettung von Verletzten aus Unfallfahrzeugen zu erleichtern.

Die Besatzung des ersteintreffenden Rettungsfahrzeuges, geht meist mit einem unguten Gefühl an ein Fahrzeugwrack. In seinem Inneren lauern pyrotechnische Sprengladungen und Gasgeneratoren zur Airbagauslösung und machen das Auto augenscheinlich zum schwer kalkulierbaren Minenfeld.

Klar, die modernen Autos sind sicherer geworden. Die Kraftstofftanks befinden sich außerhalb der Verformungsbereiche, oft ist der Auslösesensor des Airbags zugleich für die Abschaltung der Benzinzufuhr verantwortlich. Das Risiko einer nachträglichen Airbagauslösung besteht dennoch.

Das Airbags nicht auslösen, obwohl das Fahrzeug recht demoliert ist, kommt häufig vor. Die Frontairbag-Auslösung ist etwa so eingestellt, dass bei einer Frontalkollision von zwei Fahrzeugen beide Fahrzeuge etwa 24 km/h Restgeschwindigkeit gehabt haben müssen.

Immer komplizierter wird die Fahrzeugelektronik. Längst nicht immer findet man das Zündschloss rechts neben dem Lenkrad. Es kann in der Mittelkonsole oder zwischen den Sitzen zu finden sein, es kann aussehen wie eine Speicherkarte, die in der Stereoanlage steckt, es kann eine unauffällige Start/Stopp-Taste sein.

Das Abklemmen der Batterie macht normalerweise binnen weniger Minuten alle nicht ausgelösten Airbags unschädlich. Der Feuerwehr liefern die Rettungsleitfäden unschätzbare Informationen zur Lage der Batterie, die für die Auslösung der Ruckhaltesysteme verantwortlich ist: Nicht gerade wenige Fahrzeuge haben für die Sicherheitssysteme nämlich eine zweite Batterie.

Interessant, wenngleich noch selten, sind Fahrzeuge mit alternativen Antrieben, zum Beispiel Hybridfahrzeuge mit zusätzlichem Elektromotor, wie der Toyota Prius. Bei ihm lagern Gelbatterien unterm Fahrzeugboden, die im Brandfall ab 100 Grad platzen können und besondere Vorsichtsmaßnahmen erfordern.

BMW informiert bereits gründlich über Fahrzeuge mit Wasserstoffantrieb. Ein Gasaustritt in den Fahrzeuginnenraum wird über alle Türverriegelungs-Stifte mit Blinkzeichen signalisiert. Auch erfährt man, dass eine Wasserstoffflamme bei Tageslicht unsichtbar ist.

Rettungsleitfäden sind also auch für Rettungsdienstler eine interessante Pausenlektüre. Wer in den Rettungsleitfäden selbst einmal stöbern möchte, findet diese Informationen auf folgenden Webseiten:

www.rettungsleitfaeden.de
www.dfv.org/fachthemen/
http://airbag.feuerwehr.org/

Möchten Sie einen Kommentar schreiben?