Rettungsdienst Akademie Heide mit Vorbildfunktion


Dieser „Patient“ ist gerettet. Rettungsdienst-Auszubildende demonstrierten dem Bundestagsabgeordneten Dr. Ernst Dieter Rossmann (3. v. re.) und den anderen Besuchern anhand einer Übungspuppe, wie ein Patient mit Atemnot behandelt werden muss, bis der Notarzt eintrifft. (Foto: RKiSH/Kienitz)

Heide/Pinneberg (pm) – Bei seinem Besuch der Rettungsdienst-Akademie in Heide zeigte sich der Bildungspolitiker Dr. Ernst Dieter Rossmann davon überzeugt, dass diese Einrichtung Vorbildcharakter hat.

„Die Rettungsdienst Akademie in Heide ist für mich ein Leuchtturm in der schleswig-holsteinischen Bildungslandschaft.“ Der Bundestagsabgeordnete Dr. Ernst Dieter Rossmann (SPD) zeigte sich bei seinem Besuch sichtlich beeindruckt von den Vorführungen und vom Konzept der Akademie, die von der Rettungsdienst Kooperation in Schleswig-Holstein (RKiSH) betrieben wird. „Heide steht im Prinzip Pate für das, was demnächst bundesweit gesetzlich verankert werden soll“, sagte der Bildungspolitiker im Hinblick auf einen Referentenentwurf der Bundesregierung. Der Entwurf, der in einem Gesetzesvorhaben münden soll, beinhaltet unter anderem Neuregelungen für den Beruf des Notfallsanitäters.

Im Gespräch mit RKiSH-Geschäftsführer Michael Reis, Akademie-Leiter Sascha Langewand, Dozenten und Auszubildenden sowie SPD-Kreispolitikern wurde deutlich, dass die Heider Akademie bereits heute die meisten im künftigen Gesetz verankerten Vorgaben erfüllt. Dazu gehört eine qualitativ hochwertige dreijährige Ausbildung mit theoretischen, praktischen und auch klinischen Anteilen. Im Gegensatz zu anderen ähnlichen Ausbildungsgängen erhalten die Auszubildenden bereits vom ersten Jahr an eine Vergütung und müssen zudem kein Schulgeld zahlen. „Ich halte es für ein Unding, dass in anderen Regionen nicht nur kein Lohn gezahlt wird, sondern die theoretische Ausbildung vom Auszubildenden auch noch selbst bezahlt werden muss“, erklärt Dr. Rossmann, seit 2009 auch bildungspolitischer Sprecher seiner Fraktion.

Sollte aus dem Referentenentwurf Gesetz werden, müssen sich viele Rettungsdienste in Deutschland künftig umstellen und mit entsprechenden Anbietern zusammenarbeiten. „Wir können insbesondere in Norddeutschland den anderen Rettungsdiensten anbieten, zumindest die theoretische Ausbildung ihrer Nachwuchskräfte zu organisieren“, erläutert Michael Reis und verweist auf die Rettungsdienst-Azubis aus Nordfriesland, die schon heute in Heide geschult werden. In den kommenden Jahren dürften sich also deutlich mehr als die zurzeit 45 „Schüler“ in den Seminar- und Trainingsräumen auf dem Gelände des Westküstenklinikums Heide wiederfinden.

Möchten Sie einen Kommentar schreiben?