Pilotseminar Vorbereitung auf Terroranschläge abgehalten


(Foto: Kalff/BBK)Ahrweiler (BBK) -Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) veranstaltete an seiner Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ) als assoziierter Partner des BMBF-Forschungsprojekts „Vorbereitung auf Terroranschläge, Krisen und Katastrophen“ (VoTeKK) vom 09. bis 11. März das Pilotseminar „Notarzt und Rettungsassistent beim Terroranschlag“.

Inhaltliches Ziel des Seminars war es, dieser Zielgruppe die katastrophenmedizinischen Versorgungsstrategien bei so einer Lage zu verdeutlichen und ihre Handlungs- und Einsatzkoordinationskompetenz zu erhöhen.

Als besonderer Schwerpunkt der Veranstaltung galt das Erlernen der einsatztaktischen Vorgehensweise bei Einsatzlagen, in denen Rettungskräfte selbst auch gezielt Opfer von Amokläufern oder Terrorakten werden können. Als Höhepunkt des Seminars mussten die Teilnehmer unter äußerst realitätsnahen Bedingungen zwei größere Einsatzlagen bewältigen.

Zur Stärkung der Handlungssicherheit und nachhaltiger Umsetzungskompetenz erlernter Schulungsinhalte ist in den Seminaren der AKNZ ein hoher Praxisanteil mit Übungscharakter implementiert. Kernelement der Übungen waren diesmal Patientendarsteller, kombiniert mit einem vom BBK neu beschafften dynamischen Patientensimulationssystem. Diese Simulationspatienten zeigen wie echte Patienten die Konsequenzen durchgeführter oder unterbliebener medizinischer Maßnahmen an, indem sich ihr Zustand verbessert oder verschlechtert, im Extremfall bis zum simulierten Versterben. Die Übung und die medizinischen Maßnahmen laufen in Echtzeit ab, so dass auf der einen Seite eine sehr realitätsnahe Einsatzsituation geschaffen und auf der anderen Seite bei den Teilnehmern gezielt Stress erzeugt wird.

Auch wenn die wissenschaftliche Auswertung noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird, kann bereits jetzt festgehalten werden, dass eine Fortbildung zu den Themen Amoklagen / Terroranschläge und Einsätze mit Schusswaffen bei einer Vielzahl von Einsatzkräften der polizeilichen und nicht-polizeilichen Gefahrenabwehr großes Interesse weckt und den Einsatzkräften wichtige Erkenntnisse für das Verhalten in Einsatzlagen mit hoher Eigengefährdung liefert. Sowohl die überdurchschnittlich hohe Teilnehmeranmeldung als auch die großteils positiven Rückmeldungen der Seminarteilnehmer belegen diese Sichtweise.

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