Notfallsonografie unterstützt Diagnostik und Therapie


Ultraschallsonden (Foto: Kalumet / GNU FDL)Hamburg (pm) – Ob bei Verdacht auf Herzinfarkt, Gallensteine oder Thrombosen: Benötigen Patienten sofortige medizinische Hilfe, müssen Ärzte so rasch wie möglich die richtige Diagnose stellen und eine gezielte Therapie einleiten. Die Sonografie als bildgebendes Verfahren unterstützt notfallmedizinische Entscheidungen und Maßnahmen.

Notfallsonografie ist unabhängig von medizinischen Fachbereichen sowie organ- und regionenübergreifend einsetzbar. Beim Kongress „Ultraschall 2011“ diskutieren Ärzte und Wissenschaftler in Vorträgen und Kursen über den Einsatz der Sonografie in der Notfallmedizin. Das 35. Dreiländertreffen der Deutschen, Österreichischen und Schweizer Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM, ÖGUM, SGUM) findet vom 26. bis 29. August 2011 im Austria Center Wien, Österreich, statt.

„Effiziente klinische Notfallmedizin ist ohne die Hilfe der Sonografie heute nicht mehr denkbar“, sagt Privatdozent Dr. med. Joseph Osterwalder. Der Chefarzt der Notfallstation des Kantonsspitals in St.Gallen/Schweiz und Leiter des Arbeitskreises Notfallsonografie der DEGUM erklärt: „Eine gut durchgeführte Sonografie am Notfallpatienten kann als Fortsetzung der klinischen Untersuchung eine lebensrettende Sofortmaßnahme in der Diagnostik darstellen“. Als medizinische Notfälle gelten lebensbedrohliche Zustände wie Herzinfarkte. Aber auch weniger unmittelbar bedrohliche Krankheiten, die jedoch starke akute Beschwerden hervorrufen können, etwa Gallensteine oder Abszesse, zählen dazu. „Nur etwa ein Viertel der Notfallpatienten haben ein Trauma, die internistischen Notfälle überwiegen“, so Dr. Osterwalder. Mit Hilfe der Sonografie können zügig Verletzungen und Erkrankungen genau diagnostiziert oder die Probleme auf eine fachspezifische Fragestellung eingegrenzt werden, um eine gezielte Erstbehandlung vornehmen und die Weiterleitung an einen definierten Fachbereich veranlassen zu können.

Ärzte unterschiedlichster Fachbereiche wenden die Notfallsonografie an, darunter Allgemeinmediziner, Internisten, Notärzte, Ärzte in Notfallstationen, Anästhesisten, Chirurgen und Intensivmediziner. „Alle Ärzte, die Patienten in Notfallsituationen behandeln, sollten eine begrenzte, fokussierte Ultraschalluntersuchung in zeitkritischen Situationen selbstständig, verantwortlich und schnell durchführen können“, fordert Dr. Osterwalder. Hierfür hat eine Arbeitsgruppe der Deutschen, Österreichischen und Schweizer Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin ein länderübergreifendes, gegenseitig anerkanntes Ausbildungskonzept zur Notfallsonografie erarbeitet, das im Oktober 2010 beim 34. Dreiländertreffen in Mainz vorgestellt und beschlossen wurde. Beim diesjährigen Dreiländertreffen in Wien leitet und moderiert Privatdozent Dr. med. Joseph Osterwalder mehrere Kurse und Vorträge zur Notfallsonografie.

Weitere Informationen bieten die Webseiten www.ultraschall2011.at und www.wfumb.org.

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