Mehr Simulatortraining in Deutschland


Torsten Seipel, Laerdal Medical (rechts im Bild), bei der Übergabe des SimMan 3G an Dr. Georg Breuer, Uni-Klinik Erlangen (links).

Torsten Seipel, Laerdal Medical (rechts im Bild), bei der Übergabe des SimMan 3G an Dr. Georg Breuer, Uni-Klinik Erlangen (links).

Puchheim (rd.de/prcenter) – Laerdal beklagt, dass es in Deutschland keinen gültigen Qualitätsstandard gibt, der die Patientensimulation als Ausbildungsbestandteil vorschreibt.

Ungewollte Fehler in der Diagnostik und Behandlung sind ein gravierendes Problem, bei dem technisch fortgeschrittene Patientensimulatoren Abhilfe schaffen könnten. In vielen Ländern, so führt Laerdal aus, ist Simulationstraining im Zuge der Ausbildungsvorschriften für Ärzte und medizinischem Pflegepersonal schon lange verbindlich vorgeschrieben und führt dort zu einem spürbaren Rückgang von Behandlungsfehlern.

Laut Bundesärztekammer wurden im Jahr 2007 10.432 Behandlungsfehlervorwürfe von verschiedenen Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen untersucht. Angesichts 39,7 Millionen (Stand 2007) durchgeführter vollstationärer Operationen und medizinischer Prozeduren an Patienten, scheint die Anzahl der tatsächlich eingereichten Reklamationen verschwindend gering. Das mag ein Grund sein, weshalb die Qualitätssicherung am Patienten in Deutschland unzureichend wahrgenommen wird.

Kommunikationsmängel sind häufig Hauptursache für Fehler während medizinischer Behandlungen. So kann beispielsweise ein kleines Missverständnis zwischen einem Anästhesisten und einem Chirurgen schwer wiegende Konsequenzen für den Patienten nach sich ziehen.

Gerald Kraemer, Managing Director Laerdal Medical Deutschland, „Umfassendes Training für medizinisches Personal ist absolut essentiell. Es ist wichtig, unter realen Bedingungen Behandlungen zu trainieren.“ Gerald Kraemer ergänzt, „Mittlerweile ist die Simulation in der Medizin so weit fortgeschritten, dass eine Vielzahl von Notfallsituationen und medizinischen Prozeduren an so genannten Patientensimulatoren absolut realitätsnah und nachhaltig geübt werden können. Leider ist dies noch immer viel zu wenigen bewusst.“

Laerdal Medical ist Markführer im Bereich medizinischer Simulationstechnik. Herzstück des norwegischen Unternehmens bildet der SimMan, ein lebensgroßes Trainingsmodell für Ausbildungs- und Übungszwecke. Der SimMan 3G ist die neueste Variante der Modellreihe. Dabei handelt es sich um einen völlig autark agierenden Patientensimulator, der eine Vielzahl von Krankheitsbildern wahrheitsgetreu simulieren kann. Ein integrierter Computer steuert die Vorgänge, angebrachte Sensoren registrieren die Behandlungsweise und lassen den SimMan 3G individuell reagieren. Körperflüssigkeiten wie Blut, Urin und Speichel sind ebenfalls integriert und werden je nach simuliertem Krankheitszustand ausgeschieden.

Im Simulations- und Trainingszentrum der Anästhesiologischen Klinik Erlangen wird seit April 2009 der europaweit erste SimMan 3G eingesetzt. Dr. Georg Breuer, Oberarzt und Leiter des Simulationszentrums Erlangen, „Wir haben uns für den SimMan 3G entschieden, um speziell Studenten und junge Ärzte besser auf Notfallsituationen vorzubereiten. Das neueste Modell der SimMan-Reihe bietet dabei aufgrund seiner vielfältigen realitätsnahen Simulationseigenschaften eine optimale Trainingsgrundlage.“

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