Malteser trainieren für weniger Unfälle


mhdktKircheim/Teck (pm) – Mit einer aufwändigen Sicherheitsausbildung wollen der Malteser Hilfsdienst und die Verkehrspädagogische Akademie die Unfälle im Rettungsdienst minimieren.

Der Malteser Hilfsdienst (MHD) realisierte im Jahr 2009 eine ganze Reihe von Fahrsicherheitstrainings zusammen mit der Verkehrspädagogischen Akademie GmbH (VPA) auf dem Gelände der Freiburger Verkehrs AG. Unter besonderer Berücksichtigung der speziellen Erfordernisse an die Fahrweise im Rettungseinsatz und beim Krankentransport wurden insgesamt acht Sicherheitstrainings mit mehr als 80 Fahrern geplant und durchgeführt. Im Vorfeld fanden bereits in den Jahren 2007 und 2008 eine Pilotveranstaltung und ein Testseminar statt. Die Ergebnisse wurden in das Schulungsprogramm der teilnehmerorientierten Ausbildung integriert: Das zweitägige Seminar setzt sich aus einem theoretischen und einem praktischen Teilbereich zusammen.

Der Theorieunterricht konzentriert sich auf die spezifischen Themen für Fahrer im Rettungsdienst. Dazu zählen unter anderem die rechtlichen Aspekte, wie Sonder- und Wegerechte während der Einsatzfahrt, Technik und Fahrphysik sowie Gefahrenlehre. „Vision Zero“ ist der Ansatz für das bewusste defensive Fahren, das die Unfallhäufigkeit auf nahezu null Prozent reduzieren soll. Der praktische Unterricht wird als Stationsausbildung organisiert. Bremsen, Handling und Slalom werden von den Fahrern im eigenen Fahrzeug geübt.

Energiesparen und schonender Patiententransport

Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Analyse von kritischen Situationen. Sehr aufschlussreich sind Kontroll- und Abschlussfahrt jedes einzelnen Teilnehmers. Da die Fahrten von einem Fahrlehrer begleitet werden, stellen sie eine unmittelbare Lernerfolgskontrolle hinsichtlich der Ergonomie, dem energiesparenden und vorausschauenden Fahren dar.

Der Bedarf an spezifischen Schulungen für Rettungsdienst-Fahrer erschloss sich aus den Auswertungen mehrerer Umfragen. Die Evaluierung ergab reichlich Potenzial für einen neuartigen Ansatz: Die Verbesserung der patientenschonenden Fahrweise.

Gerade bei Rettungsdiensten, Fahrdiensten für die Behinderten- oder Seniorenbetreuung oder bei Krankenfahrten werden hilfsbedürftige Personen befördert, die situationsbedingt einen umsichtigen Umgang erfordern. In enger Zusammenarbeit zwischen dem MHD und der VPA wurde daraus ein umfassendes Trainingskonzept entwickelt, das Fahrer sensibilisiert und die Wirkung von Fahrmanövern auf den Fahrgast besser abschätzen lässt.

Für einen reibungslosen Ablauf während der Veranstaltung sorgen die erfahrenen VPA-Dozenten. Mit einer optimierten Gruppengröße von höchstens 20 Personen kann perfekt geschult und auf die individuellen Belange der Teilnehmer eingegangen werden. Die acht aufeinanderfolgenden Sicherheitstrainings wurden von den Teilnehmern durchweg positiv beurteilt und begleitet von der Forderung nach weiteren regelmäßigen Trainings.

Als weiterer Pluspunkt erweist sich das VAG-Gelände in Freiburg. Zwar ist der Übungsplatz ein nicht-öffentlicher Verkehrsraum, bewirtschaftet wird er aber durch den regulären Straßenbahn- und Busbetrieb. Dieser Sachverhalt sorgt für höchstmögliche Realitätsnähe, schließlich liegt die Hauptanforderung für den Fahrer eines Rettungsfahrzeugs genau darin, auf veränderte Anforderungen sofort angemessen zu reagieren.

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