Kampagne „100 Pro Reanimation“


Nürnberg (ots) – Bei einem plötzlichen Herzstillstand können sofortige Wiederbelebungsmaßnahmen Leben retten. Jeder kann und sollte diese durchführen. Das ist die Botschaft der Kampagne „100 Pro Reanimation“, die zum Weltanästhesie-Tag am 16. Oktober 2012 startet. Ziel der Initiative des Berufsverbandes Deutscher Anästhesisten und der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin ist es, das Bewusstsein für die lebensrettenden Fähigkeiten jedes Einzelnen zu schärfen und über die lebensentscheidenden Sofortmaßnahmen zu informieren.

Doch die Bereitschaft von Laien, Wiederbelebungsmaßnahmen durchzuführen, ist in Deutschland mit 15 Prozent im internationalen Vergleich alarmierend niedrig. Gründe dafür sind oftmals die Angst, etwas falsch zu machen, und eine unzureichende Ausbildung in Erster Hilfe. Dabei sind die Maßnahmen zur Wiederbelebung einfach.

„Prüfen, Rufen, Drücken“, lautet die Devise: Prüfen, ob die bewusstlose Person noch reagiert und atmet. Unter 112 den Rettungsdienst rufen. Fest, mindestens 100-mal pro Minute in der Mitte des Brustkorbs drücken und nicht aufhören, bis Hilfe eintrifft.

Trainierte Ersthelfer sollten zusätzlich die Mund-zu-Mund-Beatmung im Verhältnis von 30 Herzdruckmassagen zu zwei Beatmungen durchführen. Diese Maßnahmen verdoppeln bis verdreifachen die Chance, dass der Betroffene überlebt.

Auf www.100-pro-reanimation.de stehen für alle, die ihre Kenntnisse zum Thema Wiederbelebung auffrischen möchten, ein Film, eine Kurzanleitung und ein Flyer zum Download bereit.

One Response to “Kampagne „100 Pro Reanimation“”

  1. cand. Med. Päd. B. Richter on Oktober 31st, 2012 15:34

    Das viele Laien Angst vor Reanimationsmaßnahmen haben, liegt meiner Meinung nach auch an den von den Hilfsorganisationen gestellten Erste- Hilfe- Ausbildern. Ich selbst habe mehrer Erfahrungen mit EH- Ausbildern gemacht, die niemals an einem Patienten solche CPR- Maßnahmen durchgeführt haben. Solche Erfahrungen sind nicht zwingend, aber erleichtern das Verständins. Es wird in solchen Kursen nicht korrekt vermittelt, wie ein “kreislaufstillstehender Patient” aussieht. Das sich ein Patient durchaus noch bewegen kann und vor allem Schnappatmung ein Zeichen des Stillstandes ist, wird nicht ausführlich genug gelehrt. Aussagen wie: “wenn es bricht, ist etwas falsch gelaufen” sind nicht inakzeptabel. Je älter ein Mensch, desto ausgehärteter ist der Knochen und je eher bricht dieser. Häufig sind auch keine Knochen-, sondern Knorpelfrakturen zu beobachten. Nicht- Professionelle- Ausbilder der Hilfsorganisationen und die Hilfsorganisationen selber sollten ihre Lehrmethode überdenken und dem Laien auch tatsächlich ein Verständiss für diese “unschöne”, denn lebensbedrohliche Situation erreichen.

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