i.o.-Zugang an Schweineknochen trainiert


Bad Kreuznach (DRK) – Im Rahmen der Fortbildung für Mitarbeiter im Rettungsdienst in Rheinland-Pfalz kamen in der vergangenen Woche 23 Rettungsassistenten und Rettungssanitäter am Fortbildungsstandort in Bad Kreuznach zusammen. Fachdozenten des DRK-Bildungsinstitutes referierten über drei Tage zu aktuellen Themen aus Rettungsdienst und Notfallmedizin.  Im Fokus standen dabei Strategien zur Behandlung von Schwerverletzten und aktuelle Leitlinien zum Herz-Kreislauf-Stillstand. Neben der notwenigen Theorie kam auch das praktische Training nicht zu kurz.

Die Rettungsassistenten des DRK-Rettungsdienstes Rheinhessen-Nahe und ihre Kollegen aus dem Rhein-Hunsrück-Kreis hatten bei dieser Fortbildung eine ganz besondere Möglichkeit, ihre Fertigkeiten zu trainieren: Fachdozent Christoph Lind hatte Schweineknochen dabei, die als Modell des menschlichen Schienbeins dienten. Im Praxisworkshop konnten die Profis aus dem Rettungsdienst an echten Knochen das Setzen eines intraossären Zugangs (i.o.) trainieren. Dabei wird mit einem speziellen Bohrer eine Nadel ins Knochenmark am Schienbein eingebracht, über welche im Notfall lebensrettende Medikamente und Infusionen verabreicht werden können.

Die Rettungsassistenten des DRK-Rettungsdienstes Rheinhessen-Nahe qualifizieren sich jährlich, um auch ohne Notarzt erweiterte medizinische Maßnahmen durchführen zu können. Im Rahmen der Reanimation zählt hierzu auch der i.o.-Zugang sowie die Gabe von speziellen Medikamenten bei verschiedenen Notfällen.

“Wenn der Notarzt noch in einem anderen Einsatz gebunden ist, soll auch der Rettungsassistent in der Lage sein, bei einem Notfallpatienten lebenswichtige Maßnahmen durchführen zu können. Das kann die Gabe von wichtigen Notfallmedikamenten oder die Durchführung anderer medizinischer Maßnahmen sein”, erläutert der Ärztliche Leiter Rettungsdienst, Dr. Guido Scherer.

Neben der Fortbildung legten die Rettungsassistenten auch die Prüfung für die erweiterten Versorgungsmaßnahmen ab. Dr. Guido Scherer freute sich über das ausgezeichnete Prüfungsergebnis: “Dass alle Teilnehmer die Prüfung bestanden haben, zeigt die gute Ausbildung und die hohe Motivation der Rettungsassistenten.”

(Foto: Philipp Köhler/DRK)

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