DRK-Symposium „Zukunftsmodell Rettungsdienst“


Wolfsburg (DRK) – Welche Herausforderungen erwarten den Rettungsdienst der Zukunft und wie hat er sich zu ihrer Bewältigung aufzustellen? Über diese Frage diskutierten zwei Tage lang Experten des DRK-Symposiums „Zukunftsmodell Rettungsdienst“, das auf Einladung der Volkswagen AG am 15. und 16. Oktober 2013 in der Wolfsburger Autostadt stattfand.

Unter anderem wurde auf das Problem fehlender Ärzte und Krankenhäuser auf dem flachen Land hingewiesen. Den Rettungsdienst trifft dieses Problem in dreierlei Hinsicht: Zum einen verliert er mit jedem geschlossenen Krankenhaus einen Notarztstandort, zum zweiten verlängern sich die Hilfsfristen und die Fahrtzeiten zur nächsten medizinischen Einrichtung. Zum dritten muss er immer häufiger als „Ersatz“ für den kassenärztlichen Notdienst einspringen.

Hinzu kommt, wie Prof. Dr. Sefrin ausführte, eine schwindende Zahl an Medizinstudenten bei einer steigenden Zahl von Aussteigern: „40 Prozent der Erstsemester von 1997 sind heute nicht mehr in ihrem Beruf tätig.“ Der Grund: Ärztinnen verlassen häufig aus Gründen der Familienplanung den Beruf, ihre männlichen Kollegen zieht es wegen besserer Bezahlung, aber auch besseren Arbeitsbedingungen ins Ausland. Was bleibt, ist der seit 1966 gesetzlich festgeschriebene Anspruch auf notärztliche Versorgung auch auf dem Land.

Prof. Dr. Hans Anton Adams, Leiter der Stabsstelle Interdisziplinäre Notfall- und Katastrophenmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover, vertiefte den Aspekt der Ehrenamtlichkeit. Ehrenamtliche Helfer sind in seinen Augen unverzichtbar in Unterstützungsgruppen für den Rettungsdienst, Schnell-Einsatz-Gruppen und Angehörige der „Medical Task Forces“ des Bundes. Die entscheidenden Fragen seien, diese Kräfte auszubilden, ohne sie zu überfordern, sie im Einsatzfall richtig zu führen und Anreize für die Tätigkeit zu finden. Gerade die Fachdienste Wasserwacht und Bergwacht im DRK werden beispielsweise immer häufiger benötigt und bestehen fast ausschließlich aus Ehrenamtlichen.

One Response to “DRK-Symposium „Zukunftsmodell Rettungsdienst“”

  1. thomaswagner on Oktober 29th, 2013 22:08

    Herr Prof. Dr. Adams trifft den Nagel auf den Kopf. Ehrenamtliche sind unverzichtbar, aber speziell auf den RD bezogen in UNTERSTÜTZUNGSGRUPPEN! Das heisst dass EA lediglich zur Unterstützung des RD eingesetzt werden dürfen, zum Beispiel als sog. „Dritter“, und nicht als Kompensation von HA-Stellen oder zur äusserst fragwürdigen Durchführung von Ausschreibungen!
    Aber wie auch richtig angesprochen müssen die Fachdienste Wasser- und Bergwacht endlich mehr gefördert werden, es kann nicht sein dass man für die Erbringung einer ehrenamtlicher Leistung ohne Aufwandsentschädigung auch noch „Mitgliedsbeiträge“ zahlen muss (wie vielerorts bei der WW), von der Eigenbeschaffung von Dienstkleidung und Ausrüstung (Beispiel Wasserretter-Anzüge, Helme etc) ganz zu schweigen!

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