Besuch der Feuerwehr in Tokio


Ausbildungsakademie für RD-Personal in Tokio (Foto: GSG)Hanau (pm) – Für die Schulleitung der Rettungsdienstschule Hessen stand dieser Tage eine ganz besonderer Termin an. Sie folgte einer Einladung der Tokioter Feuerwehr und informierte sich ausführlich über Arbeitsweise und Ausbildung.

Diese rettungsdienstlichen Bildungsreise verlangte von den Teilnehmern einiges ab. Los ging es bereits auf der Anreise. In 11.000 m Höhe über Sibirien war ein Fluggast bewusstlos zusammengebrochen. Die stellvertretende Landesschulleiterin Uta Steder konnte den Patienten jedoch gut versorgen und so weit stabilisieren, dass er die Reise fortsetzen konnte. Er begab sich dann in Japan in ärztliche Behandlung.

In Tokio selbst machte der hessischen Besuchergruppe das Klima zu schaffen, denn Temperaturen um die 35 Grad und anhaltend hohe Luftfeuchtigkeit zerrte an den Kräften.

Begrüßt wurde die Rettungsdienstschule Hessen zunächst im Hauptquartier des Tokyo Fire Departments unweit des Kaiserpalastes. Nach einer kurzen Unterredung mit dem Verwaltungsleiter, erfolgte der offizielle Empfang beim stellvertretenden Leiter der Tokioter Feuerwehr Naoki Sato.

Sato freute sich über den Besuch aus Deutschland. In der Aussprache stand insbesondere das Thema Ausbildung und die gemeinsamen Ziele des Bevölkerungsschutzes im Vordergrund. „Die Problemstellungen der in der Gefahrenabwehr sind überall gleich – in Asien wie in Europa.“ befand Sato. Gerrit Steder, Landesschulleiter der Rettungsdienstschule Hessen stimmte dieser Beobachtung zu, betonte jedoch, dass es sinnvoll sei „sich auszutauschen und gegebenenfalls auch mal Lösungen außerhalb seines Tellerrandes in Betracht zu ziehen.“ Steder bedankte sich für die Möglichkeit des Einblicks in das Tokioter Gefahrenabwehrsystem mit einer Partnerschaftsurkunde.

Leitstelle Tokio

Besuch der Leitstelle in Tokio (Foto: GSG)Gefolgt wurde der erste Termin von der Besichtigung der Leitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst der Tokioter Feuerwehr. Insbesondere Landesschulleiter Gerrit Steder interessierte sich hierfür sehr, war er doch vor seiner Zeit als Schulleiter selbst in Diensten der Zentralen Leitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienstes im Main-Kinzig-Kreises und heute noch gelegentlich im Kreis Offenbach aktiv.
Die Leitstelle in Tokio bearbeitet pro Tag rund 3.000 Notfälle, davon sind rund 2.000 rettungsdienstliche Notfalleinsätze. Der Leiter der Leitstelle zeigte neben der technischen Ausstattung auch die Arbeitsweise der Leitstelle für die zwölfeinhalb Millionen-Metropole. „Insbesondere die sehr ruhige Atmosphäre habe ich hier so nicht erwartet.“ kommentiert Gerrit Steder seinen Eindruck.
„Auffallend ist das hohe Maß an Selbstdisziplin und die vorbildlichen Maßnahmen der Prävention.“ fügt Uta Steder, selbst Fachkraft für Arbeitssicherheit hinzu.

Hohe Qualität der Rettungsdienstausbildung

Letzte aber ebenso interessante Station war die Akademie für Feuerwehr und Rettungsdienst der Tokioter Feuerwehr im Stadtteil Nishihara. Der Schulleiter Kazuhiko Nakazawa begrüßte die Schulleitung der Rettungsdienstschule Hessen auf das Herzlichste. Bei einer Tasse japanischen Tee erläuterte er den konzeptionellen Ansatz der Schule, die bereits seit 1914 besteht und seit 1991 Paramedics ausbildet. Die Schulleiter hatten einen regen Austausch und Nakazawa lud zu einem Rundgang in der Akademie ein.

Der Leiter der Trainingseinheit für die Paramedics erläuterte die Ausbildungsgänge EMT und Paramedic und führte durch die Ausbildungsräume. Gerrit Steder konnte eine neue Paramedic-Klasse begrüßen und deren erste Übungen vor Ort verfolgen. Alle stimmten überein, dass insbesondere bei der rettungsdienstlichen Ausbildung ein hohes Maß an Qualität erforderlich ist.

Mit vielen neuen Eindrücken traten die Gäste aus Hessen ihre Heimreise an. Besonderer Dank gilt hier dem Beauftragten für internationale Beziehungen des Tokyo Fire Department Yosuke Saito, welcher diese Einladung ermöglichte und fachlich und sprachlich begleitete.

One Response to “Besuch der Feuerwehr in Tokio”

  1. Martin on Juni 22nd, 2016 17:52

    Sehr interessant! Allerdings wäre ein tieferer Einblick in die Ausbildung der Medics interessant gewesen. Vielleicht ein paar Fotos?!

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