Bestandsaufnahme zur Sicherheit bei Großveranstaltungen


Ahrweiler (BBK) – Aufgrund der hohen Nachfrage organisierte das BBK einen Erfahrungsaustausch für Interessierte von Behörden, Veranstaltern und Organisationen der örtlichen Gefahrenabwehr.

An der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ) in Ahrweiler fand deshalb ein Symposium zum Thema „Großveranstaltungen – Versuch einer Bestandsaufnahme zu Sicherheitsaspekten“ statt. Anlass für die Veranstaltung war das enorme Interesse, das von allen Seiten der für die Sicherheit bei Großveranstaltungen in Deutschland zuständigen Behörden und Unternehmen sowie von Polizei, Feuerwehr und Hilfsorganisationen in den letzten Monaten an das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) herangetragen wurde.

Schon im Februar hatte das BBK zu einem ersten Workshop nach Bonn geladen, der sich mit dem Thema befasste. Damals wie auch am 8. und 9. September nutzten zahlreiche Veranstalter von Groß-Events, Leiter von Ordnungsbehörden oder Vertreter von Hilfsorganisationen, Polizei und Feuerwehren die Gelegenheit, um gemeinsam Erfahrungen auszutauschen und Probleme zu identifizieren.

Das BBK unterstützte den Gedankenaustausch durch begleitende Fachvorträge zu sicherheitsrechtlichen Anforderungen oder zur subjektiven Wahrnehmung von Sicherheit durch die Bevölkerung. Weitere Schwerpunkte der rund 100 Teilnehmer waren die Themen Führung/ Leitung/ Koordination, Ausbildung, Risikomanagement sowie Risiko- und Krisenkommunikation.

„Unser Symposium hat deutlich gemacht, dass es in Deutschland an einer gemeinsamen Plattform für alle fehlt, auf der Erfahrungen ausgetauscht, Wissen vermittelt und Problemzonen frühzeitig offen gelegt werden können“, sagte BBK-Präsident Christoph Unger am Rande der Veranstaltung. Das BBK werde daher eine interne Arbeitsgruppe ins Leben rufen, die das Thema weiter verfolgen wird. Um zu praxisgerechten Ergebnissen zu kommen, ermunterte Unger die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums zum Aufbau eines Expertennetzwerks.

Auch in der Ausbildung bestehen noch Lücken: Während für Event-Veranstalter zunehmend Ausbildungsgänge bis hin zu akademischen Abschlüssen angeboten werden, sind die Mitarbeiter von Behörden häufig noch auf sich selbst gestellt, wenn es um die zahlreichen komplexen Sicherheitsaspekte in der Vorbereitung von Großveranstaltungen geht. Darüber hinaus sitzen sie nicht selten an der Schnittstelle politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich entgegengesetzter Interessen.

Für Genehmigungsbehörden wie auch für Einsatzkräfte von Feuerwehr und Hilfsorganisationen sind Veranstaltungen mit einer großen Anzahl von Besuchern immer mit einem erhöhten Risiko behaftet. Wie schnell ein friedliches und fröhliches Fest in einer Katastrophe enden kann, haben allein im letzten Monat der Einsturz einer Bühne in Indianapolis, in Belgien und auch der Abschlussgottesdienst des Weltjugendtages in Madrid gezeigt. In allen drei Fällen waren Extremwetter-Ereignisse die Auslöser des Unglücks. Es gibt aber auch viele andere potentielle Gefahren und Risiken, die die Verantwortlichen von Großveranstaltungen in ihren Planungen berücksichtigen und auf die sich die Besucher von Großveranstaltungen vorbereiten müssen. In Deutschland ist die Sicherheit bei Großveranstaltungen nicht zuletzt durch die Loveparade in Duisburg im Sommer 2010 auf tragische Weise in das öffentliche Bewusstsein gerückt worden.

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