Berge und Meer: Gemeinsamer Workshop von Havariekommando und Bergwacht


Wasserrettung im Bergwacht-Ausbildungszentrum (Foto: Bergwacht Bayern)Bad Tölz (pm) – Im Rahmen der Weiterentwicklung des Bergwacht-Zentrums für Sicherheit und Ausbildung trafen sich die beiden gegensätzlichen und doch gleichgesinnten Einheiten zu einem Erfahrungsaustausch.

In der Seenot und Bergrettung erfahrene Notärzte sowie Einsatzkräfte der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger und der Berufsfeuerwehr trainierten gemeinsam mit Berg-, Wasser-, Canyon- und Höhlenrettern der Bergwacht Bayern im Hubschrauber-Einsatz-Simulator.

Die schon im Rahmen der gegenseitigen Vorstellung offenkundigen Parallelen zogen sich wie ein roter Faden durch die gesamte zweitägige Veranstaltung. Die Zusammenarbeit der Rettungsmannschaft mit dem Hubschrauber, Patienten und Retter, die Wind und Wetter ausgesetzt sind oder technisch anspruchsvolle Evakuierungen aus Transportmitteln stellen nur eine Auswahl an Szenarien dar, die sowohl auf Einsätze in den Bergen als auch auf hoher See zutreffen.

Doch keine Seerettung ohne Wasser. Ein extra hierfür aufgestelltes Wasserbecken in der Hallenmitte des Bergwacht-Zentrums für Sicherheit und Ausbildung gab Gelegenheit, die Rettungsmittel vom Überlebensanzug bis zur Rettungsinsel unter dem Einsatz der Seilwinde des Hubschraubers zu erproben. Dabei wurde für alle Beteiligten klar, wie viel Training für sichere Rettungsverfahren notwendig ist und wie wertvoll hierfür der Beitrag einer Simulationsanlage ist.

Insbesondere im Hinblick auf die entstehenden Windparks in Nord- und Ostsee wird die Schulung von Personal und Rettungskräften an Hubschraubern und Rettungsgeräten einen immensen Aufwand verursachen.

Auch in Bayern spielt die Rettung aus Seen und Fließgewässern, insbesondere bei Hochwasser, eine Rolle. Am Arbeitstreffen beteiligten sich deshalb auch die Kollegen der Wasserwacht und die Spezialisten der Canyon- und Höhlenrettung der Bergwacht Bayern. Das Thema „Wasser“ wird bei der Weiterentwicklung der Simulation einen zentralen Bezugspunkt darstellen. Die Anlage in Bad Tölz kann hierzu wichtige Erkenntnisse für den Aufbau von Anlagen dieser Art liefern.

Das Havariekommando ist eine gemeinsame Einrichtung des Bundes und der Küstenländer. Es hat am 1. Januar 2003 seinen Dienst aufgenommen und gewährleistet ein gemeinsames Unfallmanagement auf Nord- und Ostsee. Das Havariekommando bündelt die Verantwortung für die Planung, Vorbereitung, Übung und Durchführung von Maßnahmen zur Verletztenversorgung, zur Schadstoffunfallbekämpfung, zur Brandbekämpfung, zur Hilfeleistung und zur Gefahrenabwehr bezogenen Bergung bei komplexen Schadenslagen auf See.

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