7.725 Grundschüler üben den Notruf


Winnenden/Pforzheim (pm) – Mit der Initiative „Sani Sanelli“ der Björn Steiger Stiftung (BSS) lernen Grundschüler im Landkreis Pforzheim spielerisch das Verhalten im Notfall und das Absetzen eines Notrufs.

Was machen Kinder, wenn sie in einer Notfallsituation alleine sind oder ein Erwachsener verunglückt ist? Mit Lehrmaterialien wie Handy-Attrappen, dem Kuscheltier „Sani Sanelli“, einem speziellen Kinderbuch und einem Lied der Bläck Fööss trainieren Grundschüler, wie man am schnellsten Hilfe holt.

Das rotblaue Kuscheltier „Sani Sanelli“ hilft dabei als kindgerechte Figur, die unterschiedlichen Situationen wie Unfälle beim Eislaufen, Feuer im Haus oder Herzanfall der Großmutter einzuschätzen. Oft wird dabei auch mit den Kindern gesungen: Die Musiker der Kölner Kultband „Bläck Fööss“ liefern Text und Musik des passenden Kinderliedes „112 – Hilfe eilt herbei“. Unterstützt wird diese Initiative auch von der Deutschen Telekom AG, die die Handy-Attrappen zur Verfügung stellt.

Stiftungsvorstand Pierre-Enric Steiger wünscht sich, dass junge Menschen selbstverständlich Erste Hilfe leisten. Dafür sind Grundschüler noch zu jung, aber sie können lernen, wie sie am schnellsten für andere Kinder oder verunglückte Erwachsene Hilfe holen. Dr. Gernot Rücker, Oberarzt des Universitätsklinikums Rostock, hat in seiner neuesten Studie bei Schülern zwischen 10 und 19 Jahren unter anderem herausgefunden, dass die Notrufnummer 112 bei 21,2 % der Schüler nicht bekannt ist oder falsch benannt wird. Es ist also wichtig, schon den jüngeren Schülern beizubringen, wo sie anrufen müssen, um Hilfe zu bekommen. Und darüber hinaus sollten sie auch noch wissen, welche Informationen für die Notrufleitstelle wichtig sind.

Mit Handy-Attrappen, Abenteuergeschichten und Kuscheltier zum Erfolg

Ein Handy kann heute dank der Ende 2006 BSS-initiierten kostenlosen Handyortung im Notfall sogar von der Notrufleitstelle geortet werden. Allerdings haben nicht alle Grundschüler ein eigenes Handy und im Notfall wissen sie oft gar nicht, wie man es bedient. Deshalb lernen sie verschiedene Handytypen kennen und erfahren, wann und wie man damit einen richtigen Notruf an die 112 absetzt.

Ebenso wichtig sind die 5 Ws: Wo, Was, Wie viele, Welche und Warten auf Rückfragen der Leitstelle. Im Kinderbuch „Durch Abenteuer mit Sani Sanelli für den Notfall lernen“ sind sie ein zentrales Element und kehren nach jeder Geschichte mit Übungen und Spielen für die Kinder zum Nachahmen wieder.

Neben dem Thema Notruf sollen Kinder aber auch die Angst vor der Operation im Krankenhaus verlieren oder wissen, dass man keine kranken Tiere anfasst und nicht an den Medikamentenschrank geht.

„Sani Sanelli“ ist eine bundesweite Initiative der Björn Steiger Stiftung
2009 startete Sani Sanelli an 150 Kölner Grundschulen. Im Juni 2010 probten Hamburger Klassen den Umgang mit dem Notfall, im Herbst übten Grundschüler in Schleswig Holstein und Baden-Württemberg mit den Abenteuern von Sani Sanelli. Weitere Bundesländer und Städte sollen folgen. Die aktuelle Aktionswoche mit 313 Schulklassen im Kreis Pforzheim ist mit 6.400 Euro Spenden finanziert

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