450 Teilnehmer beim 18. Hannoverschen Notfallsymposium


Hannover (JUH) – Notärzte, Notfallsanitäter und Fachleute aus Notfallvorsorge, Intensivmedizin und Einsatznachsorge trafen sich am Samstag (05.03.2016) zum 18. Hannoverschen Notfallsymposium in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH).

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Vergangenen Samstag fand das 18. Hannoversche Notfallsymposium statt.

Insgesamt besuchten rund 450 Teilnehmer die jährliche Veranstaltung, die von der Johanniter-Akademie Bildungsinstitut Hannover in Kooperation mit den Kliniken für Anästhesiologie und Intensivmedizin und der Klinik für Unfallchirurgie organisiert wird.

Das Fachpublikum erwartete ein vielfältiges Programm. Auf das Thema Flüchtlingshilfe ging Dr. Gerald Ripberger, Ärztlicher Leiter Johanniter-Akademie Bildungsinstitut Berlin, ein. Er legte in seinem Vortrag den Schwerpunkt auf die speziellen Aufgaben, die sowohl an die Flüchtlinge bei Unwissenheit über das deutsche Gesundheitssystem als auch an das Rettungsfachpersonal gestellt werden: „Die Herausforderungen für die Rettungsdienst-Mitarbeiter leiten sich unter anderem ab aus dem unbekannten Umfeld der Herkunft, den Besonderheiten von Gemeinschaftseinrichtungen und natürlich auch von bis dato nicht gesehenen Krankheitsbildern“, erklärte Dr. Ripberger.

Die größte Herausforderung im Rahmen der Versorgung von Flüchtlingen sei die zumeist erhebliche Verständigungsproblematik in Verbindung mit kulturellen Unterschieden. „Der Rettungsdienst muss sich daher oft auf eine rein symptomatische Medizin beschränken, in der Hoffnung, die Symptome auch richtig erfasst zu haben“, sagte Dr. Ripberger. Als Ursache für die Entwicklung der häufigsten Krankheitsbilder stellte er die Unterbringung von Flüchtlingen in Sammelunterkünften heraus.

Kersten Enke, Leiter der Johanniter-Akademie Bildungsinstitut Hannover, betrachtete die Erfahrungen der ersten Jahre der Notfallsanitäter-Ausbildung. Seit dem Start der dreijährigen Ausbildung im September 2014 hätten sich für die Rettungsschulen die Rahmenbedingungen verändert. Aber auch der Lernort Rettungswache stehe vor neuen Herausforderungen. Viele Rettungsassistenten seien verunsichert und fühlten sich in ihrer Qualifikation unter Zugzwang. Aufgabe der Schulen sei es, aufzuklären und Ängste zu nehmen.

Abgerundet wurde das Programm durch vier interaktive Fallbeispiele nach dem Motto „Aus der Praxis für die Praxis“. Vier praxisorientierte Workshops begleiteten die Fortbildung.

(07.03.2016; Foto: Stephanie Pitzke/Johanniter)

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