16. Hannoversches Notfallsymposium


Künftige Maßnahme des Notfallsanitäters: Philip Rohmann, Rettungsassistent von "Christoph 4", demonstriert das Anlegen von Schrittmacherelektroden. Foto: Rainer Surrey/Johanniter

Künftige Maßnahme des Notfallsanitäters: Philip Rohmann, Rettungsassistent von „Christoph 4“, demonstriert das Anlegen von Schrittmacherelektroden. Foto: Rainer Surrey/Johanniter

Hannover (JUH) – Notärzte, Rettungsdienst-Mitarbeiter und Fachleute aus Notfallvorsorge, Intensivmedizin und Einsatznachsorge trafen sich am Samstag (15.03.2014) zum 16. Hannoverschen Notfallsymposium in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH).

Insgesamt besuchten rund 600 Teilnehmer die jährliche Veranstaltung, die von der Johanniter-Akademie in Kooperation mit der MHH organisiert wird.

Der Bundesarzt der Johanniter, Dr. Jörg Oberfeld, und Landesvorstand Thomas Mähnert, Landesverband Niedersachsen/Bremen, eröffneten mit kurzen Grußworten das Symposium. Mähnert griff das aktuell meistdiskutierte Thema im Rettungswesen und zugleich den Schwerpunkt der Fortbildungsveranstaltung auf – die neue Berufsausbildung zum Notfallsanitäter. Für ihn liegt hier eine große Chance der Personalentwicklung, um Fachkräfte für die eigene Organisation heranzubilden. Sein Wunsch für die Zukunft ist klar definiert: „Bei uns Johannitern wird es in einiger Zeit keine Rettungswache mehr geben, in der nicht mindestens ein bis zwei Auszubildende arbeiten!“

Kersten Enke, Leiter der Johanniter-Akademie Bildungsinstitut Hannover, skizzierte in seinem Vortrag die Perspektiven und die möglichen Auswirkungen, die der Beruf seit der Einführung des Notfallsanitätergesetzes (NotSanG) vom Januar 2014 mit sich bringt. Er sieht in dem neuen Beruf einen wahren Gewinn für das Rettungswesen: „Es ist mehr als eine Diskussion um einen neuen Beruf! Wir alle sind aufgefordert zu handeln, um diese Wertsteigerung des Berufs, der dazu dient, Leben zu retten, durchzusetzen.“

Dr. Andreas Flemming, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst (ÄLRD) der Landeshauptstadt Hannover, beschrieb den bundesweiten Abstimmungsprozess aller Beteiligten, den der Bundesverband der ÄLRD federführend durchgeführt hat. Er betonte vehement, dass nicht nur die Handlungskompetenz die Versorgungsqualität sichert, sondern dass die so genannten Soft Skills ein entscheidender Faktor sind.

Die Anwesenden stellten Fragen an die Referenten und wollten nicht nur wissen, wer die Finanzierung des neuen Berufszweigs übernimmt, sondern fragten auch nach einem konkreten Termin für den Beginn der Ausbildung und nach dem dualen Bachelor-Studiengang.

Das weit gefächerte Programm des Notfallsymposiums wurde durch das Thema „Schlaganfall und mögliche Therapieansätze“ ergänzt. Unter dem Titel: „Mit CT zum Patienten?“, beschrieb Dr. Alexander Kunz, Facharzt für Neurologie von der Berliner Charité, erste Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag mit einem Computertomographen (CT) in einem speziellen Notarztwagen. Die Akutversorgung bei Schlaganfallpatienten in einer Stroke-Unit hatte sich Dr. Michael Ziehme aus der Neurologischen Klinik des Diakoniekrankenhauses Friederikenstift in Hannover zum Thema gemacht.

Die fachlichen Vorträge am Nachmittag waren den Themen Notfallmedizinische Einsätze bei Amoklagen, Verwendung von Medizinpräparaten wie HES (Hydroxyethylstärke) und Luftrettung gewidmet. So wurde beispielsweise über die Zusammenarbeit mit polizeilichen Spezialeinheiten in Amoklagen und über das Einsatzspektrum der Luftrettung im Wandel der Zeit referiert.

Parallel zu dem Programm konnten sich Interessierte in drei Workshops über die Aspekte „NIV-/CPAP-Beatmung (Nicht invasive Beatmung/Continuous Positive Airway Pressure)“, „Thoraxdrainage“ und „12-Kanal-EKG-Schnellinterpretation“ informieren.

Das nächste Hannoversche Notfallsymposium wird vom 8. bis 13. Juni 2015 im Rahmen der „Interschutz“ stattfinden.

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