11 Millionen Euro für Hypothermie-Studie


eurohyp-logoErlangen (pm) – Mit Kälte gegen den Schlaganfall – die Europäische Union fördert jetzt unter Leitung der Neurologischen Klinik des Universitätsklinikums Erlangen mit 11 Millionen Euro eine zukunftsweisende Studie zur besseren Behandlung des Schlaganfalls.

Vor drei Jahren wurde unter Federführung der Neurologischen Klinik des Uni-Klinikums Erlangen das europäische Netzwerk „European Stroke Research Network for Hypothermia“ (EuroHYP) gegründet. Darin arbeiten Ärzte und Wissenschaftler aus ganz Europa an der Erforschung und Etablierung der therapeutischen Hypothermie. Der Förderungsantrag des EuroHYP konnte sich jetzt gegen die starke Konkurrenz anderer medizinischer Projekte durchsetzen. „Wir hoffen, dass wir mithilfe der EU-Förderung einem wegweisenden Therapiekonzept die Bahn brechen können“, sagt Professor Dr. Stefan Schwab. Ärztlicher Direktor der Neurologischen Klinik in Erlangen.

Bei der Hypothermie wird das Gehirn des Schlaganfallpatienten durch Kälteeinwirkung (teilweise) in eine Art Winterschlaf versetzt. Mithilfe dieser Prozedur wollen die Forscher die bleibenden körperlichen Beeinträchtigungen sowie die Zahl der Todesfälle nach einem Schlaganfall reduzieren. Da Hypothermie nicht patentierbar ist, gibt es bislang noch keine großen klinischen Studien bei Schlaganfallpatienten. Somit ist die Wirksamkeit (noch) nicht bewiesen. Um eine Wirksamkeit bei Menschen zu beweisen, startet nun die europaweite Studie. Bei insgesamt 1.500 Schlaganfallpatienten soll ab 2012 in ganz Europa die Kühltherapie untersucht werden. Koordinationszentrum für über 80 Schlaganfallzentren ist hierbei die Neurologische Klinik des Uni-Klinikums Erlangen.

Bei der Hypothermie nach Schlaganfall wird die Körpertemperatur des Patienten einen ganzen Tag lang auf 35 Grad Celsius herabgekühlt.

Mehr Information: www.eurohyp.org

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