1.Malteser Fachtagung zur psychosozialen Notfallversorgung


(Foto: Malteser)Berlin (MHD) – An diesem Wochenende treffen sich nahe Berlin mehr als 100 Einsatzkräfte der Malteser aus dem gesamten Bundesgebiet, um sich in ihrer ersten Fachtagung zur PSNV mit Hilfe von Experten aus Deutschland und Österreich fortzubilden und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Für Verletzte und Augenzeugen schwerer Unglücke sowie für Angehörige von Verstorbenen bieten die Malteser verstärkt eine psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) an: „Es kommt darauf an, dass die Weichen für eine gelungene Verarbeitung nach Unglück und Katastrophe  gestellt sind“, sagt der Leiter der Psychosozialen Notfallversorgung des Malteser Hilfsdienstes, Sören Petry.

Die Überlebenden einer Katastrophe wie etwa der Loveparade in Duisburg werden im ersten Schock begleitet. Mit einem Gespräch sollen sie die Erlebnisse in Worte fassen und eine produktive Verarbeitung beginnen können. Auch Angehörige, die mit dem Tod ihres Partners, Kindes oder Enkels nach einem Unfall konfrontiert sind, werden früh aufgefangen. Teams der sogenannten Krisenintervention sind gemeinsam mit Seelsorgern und Psychologen bei ihnen und helfen.

Schließlich geht es auch für die Helfer selbst darum, mit Tod, Verletzung und Leid umgehen zu können. In der sogenannten Einsatznachsorge kümmern sich die PSNV-Fachkräfte der Malteser darum, den Kollegen einen Kanal für das Verarbeiten zu zeigen. Denn Fragen wie „Habe ich richtig gehandelt?, „Bin ich nicht cool genug, oder warum berühren mich solche Einsätze so sehr?“ stellen sich auch noch Stunden und Tage später bei Sanitätern und Ärzten ein. „Letztlich kann kein Einsatz ungeschehen gemacht werden“, sagt die Traumatherapeutin Marita Wedi. „Manchmal bringt er Belastungen mit, die das Leben verändern können.“

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